Fragen formulieren
Bei der Formulierung von Fragebogenfragen gelten nach Porst et al. (2019⤴) folgende Regeln:
- Einfache, unzweideutige Begriffe verwenden, die von allen Befragten gleich verstanden werden: was „einfach” bedeutet, hängt stark von der Zielgruppe ab
- Kurze, einfache Fragen formulieren: lange Fragen verwirren und enthalten oft überflüssige Informationen
- Keine hypothetischen Fragen stellen: Befragte können sich oft nicht zuverlässig in Situationen versetzen, in denen sie nicht sind
- Doppelte Stimuli und Verneinungen vermeiden: eine Frage sollte immer nur einen Sachverhalt abfragen
- Keine Unterstellungen oder suggestive Formulierungen: sie schränken den Antwortspielraum der Befragten ein
- Keine Fragen zu Informationen, über die Befragte mutmaßlich nicht verfügen: fehlendes Wissen senkt die Motivation und verschlechtert die Datenqualität
- Eindeutigen zeitlichen Bezug herstellen: vage Zeitangaben wie „in den letzten Wochen” sind zu vermeiden, konkrete Anker wie „im September 2018” sind besser
- Antwortkategorien erschöpfend und disjunkt gestalten: jede Person muss sich eindeutig einer Kategorie zuordnen können
- Kontexteffekte kontrollieren: vorherige Fragen können die Beantwortung späterer Fragen beeinflussen; dies lässt sich am besten durch Pretests prüfen
- Unklare Begriffe definieren: wenn Vereinfachung nicht möglich ist, sollten Fachbegriffe erklärt werden